Fachaufsatz Fristen/Wiedervorlagen

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Fachaufsatz Fristen/Wiedervorlagen

#1 | Beitragvon Debora am 19.09.2008, 10:42

Hallo ihr Lieben :hello2:

Ich hab ja meine Ausbildung zur ReFa auch grade erst begonnen und nun bräucht ich mal Hilfe von euch, bezüglich einer Aufgabe, die mir gestellt wurde....
Also ich soll einen Fachaufsatz über Fristen und Wiedervorlagen (Büroorganisation) verfassen und bin mir nicht ganz sicher ob ich alles drin habe(?)
Außerdem denke ich könnte das Ganze auch sprachlich besser ausgedrückt werden;)
Ich habe mir vorgenommen meine Ausbildung so gut wie möglich hinzukriegen und möchte gerade auch diesen Aufsatz in vernünftiger Form und gutem Inhalt abliefern, denn meine Lehrerin in dem Fach ist ganz schön hart^^
Also ich bin für Anregungen, Vorschläge, Informationen und Kritik sehr dankbar und es wär wirklich super wenn ihr mir da weiterhelfen könntet!! :klug:
(Ich weiss natürlich, dass nicht jedes Büro Fristen und Wedervorlagen gleich organisiert)

Hier mal das, was ich bisher so zusammengeschreibselt habe:
(Achso, und der Aufsatz soll mindestens eine Seite betragen)


Fristen und Wiedervorlagen sind unbedingt notwendig, um Terminkollisionen zu vermeiden und rechtzeitig an wichtige Termine und sonstige Fristen erinnert zu werden. So ist eine regelmäßige Kontrolle über den jeweiligen Rechts- und Sachstand einer Akte gegeben, die für den Rechtsanwalt unverzichtbar ist, denn bei einer Vielzahl von Mandanten und individuellen Fällen ermöglicht ihm eine sorgfältige Eintragung von Fristen und Wiedervorlagen sich frühzeitig und gut vorbereiten zu können. Im Ernstfall riskiert ein Rechtsanwalt ein Mandat, bei Versäumen einer guten Vorbereitung! Denn ein Mandant erwartet natürlich so gut wie möglich beraten und vertreten zu werden, denn schließlich hat jeder ein Recht darauf, zumal ein Beschuldigter meist nicht wenig für seinen Anwalt bezahlen muss, um ein möglichst mildes Urteil erwarten zu können.

Es gibt verschiedene Arten von Fristen, bzw. verschiedene Dinge, die als Frist beachtet und notiert werden müssen. Sobald die morgendliche Post eingegangen ist und vom Sekretariat z. T abgestempelt und bearbeitet wurde, wird in den erhaltenen Schreiben nach allen relevanten Terminen und Fristen geschaut, die umgehend eingetragen werden müssen.
Das können z. B Gerichtstermine sein, Strafbefehle, Anklageschriften oder auch Akten, die meist von der zuständigen Staatsanwaltschaft kommen, mit dem Hinweis bis wann die Akten wieder dort eingetroffen sein sollten.
In letzterem Fall wird bei Rücksendung der Akte mitgeteilt, bis wann der Anwalt eine Stellungnahme für seinen Mandanten einreichen wird, was somit gleich als WV/Frist im virtuellen Kanzleikalender eingetragen wird.
Nicht selten wird auch schon im Schreiben der Staatsanwaltschaft ein Datum genannt, an dem die Einlassung des Anwaltes erwartet wird.
Gerichtstermine werden, ihrer enormen Wichtigkeit wegen, zur Sicherheit gleich mehrfach notiert. Einmal, wie üblich, im virtuellen Kalender des Anwaltes, aber auch in der jeweiligen Handakte, sowie in einem so genannten Fristenbuch, um vollkommen sicherzustellen, dass auch bei einem Computerabsturz oder einem Ähnlichem Notfall keine wichtigen Termine verloren gehen und versäumt werden.
Eingetragen werden das Gericht in dem der Prozess stattfinden wird, der Raum, die Uhrzeit und selbstverständlich auch um welchen Mandant es sich handelt.

Termine für Mandanten werden hauptsächlich telefonisch oder per E-Mail vereinbart. Jedoch kommt es auch vor, dass Gerichtstermine vorab per Telefon bekannt gegeben und erstmal vorgemerkt werden.
Diese erhält das Rechtsanwaltsbüro dann entweder schriftlich noch mal zugeschickt und stehen somit ab diesem Zeitpunkt fest, oder es folgt eine erneute Terminanfrage.
In beiden Fällen wird eine Wiedervorlage der betreffenden Akte für einen Werktag vor dem Termin eingetragen.
Diese Wiedervorlagen werden dann einen Tag vor dem Gerichtstermin / Mandantengespräch in der Tagesübersicht mit angezeigt, sodass die entsprechenden Akten, zusammen mit der kompletten Tagesübersicht (Fristen, Wiedervorlagen, Termine und Notizen), dem Rechtsanwalt übergeben werden.
So hat er die Möglichkeit einen Tag vor dem betreffendenTermin noch einmal die jeweilige Akte durchzugehen und sich somit gut vorzubereiten.

Zu jeder Frist, egal welcher Art, wird auch eine so genannte Vorfrist eingetragen, die immer eine Woche vor Fristablauf im virtuellen Kanzleikalender angezeigt wird. Ebenso wird zu jeder Frist auch eine Wiedervorlage notiert.Diese dient dazu nochmals an den jeweiligen Fall erinnert zu werden und zu kontrollieren, ob alles Notwendige bereits abgearbeitet wurde, oder, ob gegebenenfalls noch etwas zu tun ist, bevor die Frist abläuft und die Zeit knapp wird.
Beispiel: Eine eingegangene Ermittlungsakte wird mit der Bekanntgabe zurückgeschickt, dass die Stellungnahme innerhalb von drei Wochen erfolgen wird.
Also wird eine Vorfrist für in zwei Wochen eingetragen, die ebenfalls an dem Tag in der Tagesübersicht erscheint und zusammen mit betreffender Akte an den Rechtsanwalt übergeben wird. Ebenso verhält es sich mit dem Ende der Frist, also für in drei Wochen.
So hat der Anwalt immer noch eine Woche bis die Frist abläuft, um die Stellungnahme einzureichen, falls er dies noch nicht getan hat.

Falls es aus irgendwelchen Gründen dennoch dazu kommen sollte, dass Fristen nicht eingehalten werden können gibt es einige Möglichkeiten um nicht Gefahr zu laufen einen Fall, aufgrund eines Fehlers, eventuell zu verlieren.

Zum Beispiel Kann der Rechtsanwalt um Verlängerung einer Frist bitten, sofern es sich nicht um eine Notfrist handelt.
Dies muss allerdings vor Ablauf dieser und schriftlich geschehen!
D. h, der Anwalt muss abschätzen und entscheiden, ob es ihm möglich ist eine Frist einzuhalten, oder nicht.
Wenn bloß die Zeit für den Postweg zu lang andauern würde kann ein Schriftsatz auch vorab per Fax geschickt und unmittelbar darauf per Post nachgesandt werden.
(Natürlich nur, wenn nicht ausdrücklich nach einem Original verlangt wird)

Falls eine Frist am besagten Tag zwar eingehalten werden kann, Gerichte und Poststellen allerdings bereits geschlossen haben, gibt es noch die Option des Nachtbriefkastens.
Bis 24:00 Uhr ist es möglich Schriftstücke dort einzuwerfen, dessen Frist am selben Tag abläuft.
Ein Einwurf nach 24:00 Uhr , auch wenn es sich nur um eine Minute handelt, gilt als verfristet zugegangen und kann unter Umständen nicht mehr, oder nur als verspätet zugegangen, berücksichtigt werden.
Debora
 

Re: Fachaufsatz Fristen/Wiedervorlagen

#2 | Beitragvon MimiMama am 12.10.2008, 15:17

Hast Du bewusst auf jegliche §§-Angaben verzichtet (viell. hattet ihr das auch in der Schule noch gar nicht)? Hört sich nämlich immer ein bisschen besser an, wenn man zu seinen Aussagen auch die "Hausnummern" benennt.
¨¨*¤.¸¸.•´¯) Grüßle Mimi (¯`•.¸¸.¤*¨¨ -
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